Unsere Geschichte


Im Jahre 1989 konnten die Menschen in der DDR ihre Regierung so weit umstimmen, dass sie am 9. November ihre bis dahin scharf bewachte Westgrenze öffnete. Es folgten zum 1. Juli 1990 die Einführung der DM in der "Noch-DDR", die dann durch den Zusammenschluss der beiden Deutschen Staaten per 3. Oktober 1990 aufhörte zu existieren.
Mein bis dato so sicherer Arbeitsplatz als Elektriker in einem Schweriner Großbetrieb war plötzlich keiner mehr, da unser Hauptabnehmer der hergestellten Plastverarbeitungsmaschinen, die Sowjetunion, nach der deutschen Währungsunion schlichtweg das falsche Geld hatte. So machten sich alsbald Zerfallserscheinungen im Betrieb bemerkbar, die letztendlich darin gipfelten, dass meinen Kollegen und mir gesagt wurde, eine eigene Reparaturabteilung braucht man jetzt nicht mehr, das wird in Zukunft von Fremdfirmen erledigt. Was konnte man in einer solchen Situation tun? Abwandern in die alten Bundesländer, abwarten (nach dem Motto: der Letzte macht das Licht aus) oder sich selbstständig machen. Ich entschied mich für Letzteres und machte mein Hobby, die Fotografie, zum Beruf.

Bereits ab 1. August 1990 hatte ich ein Gewerbe als Verlag offiziell angemeldet, zu einem Zeitpunkt, wo ich noch meinen "sicheren" Arbeitsplatz hatte. Das Arbeitsklima verschlechterte sich aber von Monat zu Monat und so kündigte ich zum Jahresende 1990 und wagte den berühmten "Kopfsprung in die Marktwirtschaft", der uns Menschen aus den neuen Bundesländern doch recht fremd war. Das Hauptprodukt des nun existierenden Radke-Verlags waren und sind noch heute die Gestaltung und Herausgabe von Ansichtskarten. Noch 1990 verließen 71 000 Ansichtskarten die beauftragte Druckerei. Nach 5 Jahren trugen bereits 1 972 560 Ansichtskarten die Insignien des Radke-Verlages. Zum 10 jährigen Firmenjubiläum, leider ohne Feuerwerk, war bereits die 5 Millionen Marke überschritten.

Im Jahr 2000 wurde aus familiären und betrieblichen Gründen ein Umzug von Schwerin in das 12 km entfernte Stralendorf notwendig, um endlich die beengten Platzverhältnisse zu beenden. Geeignete Büro- und Lagerräume stehen nun zur Verfügung.

Neben den allgemeinen Orts-Ansichtskarten und Kundenkarten (für Hotels, Pensionen, Reiterhöfe, Vereine oder Museen) ergänzen inzwischen auch Broschüren über Technikgeschichte und in Form von Stadt- oder Landschaftsführern sowie Leporellos (das sind diese zusammengefalteten Bilderserien) das offizielle Verlagssortiment. Speziell für Kunden wurden bisher aber auch andere Produkte gefertigt: z. B. Taschenkalender (seit mehreren Jahren für die Prignitzer Eisenbahngesellschaft), Eintrittskarten (für die Schlösser Schwerin, Güstrow und Ludwigslust) und Prospekte (z. B. für das Staatliche Museum Schwerin).